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Der
Fichtenkreuzschnabel
Michael Gandler
Der
stark überkreuzter Schnabel, der dem Kreuzschnabel seinen
Namen gab, ermöglicht dieserm Vogel die Erschließung
seiner Hauptnahrungsquelle, den Zapfen. Er macht ihn außerdem
zu einer unverwechselbaren Spezies innerhalb der Gruppe der
Cardueliden. Durch dieses eigenartig geformte Werkzeug gelangt
er das ganze Jahr über an die begehrten Samen der verschiedensten
Koniferen, vor allem der Fichte, Lärche, Föhre und
der Latschenkiefer
Es
gibt wohl kaum einen Vogelliebhaber, der diesen auffälligen
und weit verbreiteten Vogel nicht kennt. Eine detailliertere
Allgemeinbeschreibung will ich mir aus diesem Grunde an dieser
Stelle ersparen. Vielmehr möchte ich auf verschiedene
Details, Eigenheiten und Unterscheidungsmerkmale hinweisen,
die zumindest in den mir bekannten Veröffentlichungen
bisher nur unvollständig, oder gar nicht erwähnt
wurden. Sehr vieles was über den Kreuzschnabel geschrieben
wurde und wird, entspricht einfach nicht den Tatsachen. So
manche falsche Behauptung die mangels besserem Wissen vor
Jahrzehnten veröffentlicht wurde, findet sich in den
aktuellen Büchern und Fachberichten wieder. So werden
sich einige Leser mit meinen, teilweise von der Standardliteratur
abweichenden Ausführungen, nicht so rasch anfreunden
können. Aber das hält wenigstens die Diskussion
in Gange. Eine
Unterteilung in verschiedene Unterarten ist bei einer Vogelart,
die kein angestammtes Brutgebiet hat und Wanderungen von mehreren
tausend Kilometern unternimmt sicherlich problematisch. Es
gibt innerhalb der Kreuzschnabelschwärme so viele unterschiedlichen
Typen, was Größe, Statur, Schnabelform, Lockruf
und Gesang betrifft, daß es vielleicht naheliegend erscheinen
mag, daraus das Vorhandensein einer ganzen Reihe von Unterarten
abzulesen. Nicht immer halten diese Einteilungen dann einer
genaueren Überprüfung stand. Schon bei der Zusammensetzung
der Brutpaare in der Natur treten oftmals schon alleine vom
Aussehen her große Unterschiede zwischen Männchen
und Weibchen zu Tage.Von Unterarten kann man vielleicht am
ehesten bei den geographisch abgetrennten Populationen wie
auf Schottland, Korsika, den Balearen, der Krim, Amerika,
Nordafrika usw. sprechen.
Da
Kreuzschnäbel das ganze Jahr über ausreichend Nahrung
für ihre Nachkommen finden, kann man praktisch zu jeder
Jahreszeit brütende Vögel antreffen. Von den heimischen
Vogelarten ist neben dem Kreuzschnabel nur der Tannenhäher
in der Lage, auch bei Schnee und Eis erfolgreich Junge großzuziehen.
Maßgebend für das Gelingen der Aufzucht ist in
erster Linie das Nahrungsangebot. Im Falle des Kreuzschnabels
sind dies vor allem die Samen von Fichte, Lärche -und
in den Alpenregionen der Latschenkiefer.
Portraits
Männchen: Die immer wieder aufgestellte
Behauptung, daß die Hähne erst im zweiten Lebensjahr
ihre Rotfärbung erlangen, ist falsch. Es gibt in der
Natur genauso gelbe Altvögel, wie auch Jungvögel,
die direkt vom Nestlingsgefieder auf intensives Rot umfiedern.
Ausschlaggebend für die Gefiederfärbung ist ausschließlich
der Reifegrad der Nahrung kurz vor- und während der Mauser.
Für die Ausbildung der roten Gefiederfarbe ist das natürliche
Carotin verantwortlich, das in den noch grünen Zapfen
vorkommt. Alle Jung- und Altvögel, die bis ca. Mai/Juni
umfiedern, erhalten noch ein gelbes Federkleid. Später
sieht man dann im Freien die verschiedensten Färbungen,
die von gelb, bis gelb-rot gescheckt, ziegelrot, karminrot,
braungelb, und schwärzlich-grün reichen und das
in jeder Intensität. (Auch hierbei ist die Verlockung
wiederum groß, auf verschiedene Unterarten zu schließen.)
Weibchen:
Im Gegensatz zu den Männchen weisen die Weibchen ein
farblich weniger attraktives, grünlich-graues Federkleid
auf. Eine Unterscheidung von Hahn und Henne ist für einen
Fachmann kein Problem. Wohl gibt es Weibchen, die sehr intensiv
gefärbt sein können. Manchmal kann man in der Natur
sogar Weibchen beobachten, die vollkommen rötlich durchgefärbt
sind. Auch in Züchterhand trifft man solche Exemplare
an, allerdings hervorgerufen, durch die Verfütterung
von künstlichem Rotfutter. Eine Unterscheidung der Geschlechter
ist dann immer noch möglich, da die sogenannte Fettfarbe
(beim Kreuzschnabel also gelb oder rot) beim Weibchen niemals
über die Brust hinauf bis an die Schnabelunterseite reicht.
Stets ist die Federpartie beim Weibchen ca. 1,5 cm unterhalb
des Schnabels grau gefärbt, während beim Hahn die
Färbung fast immer bis an den unteren Schnabelrand reicht.
Junge
Kreuzschnäbel: sind bräunlich-grau,
der Länge nach gestreift, wobei es auch hierbei vom Farbton
her starke Schwankungen gibt. Meist weisen diese auch eine
hellbraune, ca 1 mm beite Säumung an den Hand- Arm und
Flügeldeckfedern auf. Diese Besonderheit bleibt bis zur
ersten Gesamtmauser erhalten und verschwindet dann vollständig.
Das Aufweisen dieser helleren Säumung ist also ein 100%iges
Indiz für die Jugend des Vogels. Die markante Überkreuzung
der Schnabelspitzen setzt erst ab einem Alter von ca. 4 Wochen
ein, wobei es nach meinen Beobachtungen rein zufällig
ist, ob sich der obere Schnabelteil nach links, oder rechts
über den Unterschnabel kreuzt. Auf das Zusammenfinden
der Brutpaare hat diese Kreuzung keinerlei Einfluß.
http://www.waldvogelverband.de/
www.dkb-online.de
www.azvogelzucht.de
www.oe-kb.at
www.anbvv.nl
www.nbvv.nl
bec
www.gendika.com
www.geschlechtsbestimmung.de
www.cites.org
www.avibo.be
www.vogelsite.com
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